Eine Patin berichtet

Schon lange hatte ich den Wunsch, Kindern die in Armut leben, irgendwie zu helfen. Als ich die Patenschaft beim Kinderwerk Lima übernahm, hätte ich nie gedacht, dass ich mein Patenkind einmal besuchen würde.

In Lima wurde ich von Carolina (meinem Patenkind) und ihrer Familie herzlich empfangen. Die Kleine rannte mir entgegen und sprang mir in die Arme, als würden wir uns schon jahrelang kennen. Dabei kannten wir uns ja nur durch Briefe und Fotos. Beim Hausbesuch bekam ich einen Einblick in das Leben dieser Menschen. Carolinas vierköpfige Familie lebt in einem Häuschen mit den Grosseltern zusammen. Ihr Wohnteil besteht aus einem einzigen Raum, wo zwei Betten, ein kleiner Tisch und eine Kochecke vorhanden sind. Ich bekam das Gefühl, eine sehr wichtige Person für die ganze Familie zu sein. Dies bestätigte sich dann auch in der Schule.

Die Johannes-Gutenberg-Schule ist sehr gut organisiert. Besonderen Eindruck machte mir, dass fast ausschliesslich einheimische Lehrkräfte und Mitarbeitende angestellt sind, die sich so ihren Lebensunterhalt verdienen können. Die Schüler lernen neben dem Schulstoff auch die Bibel kennen. Werte wie Ehrlichkeit und die Liebe zum Mitmenschen sind wichtige Grundlagen, die sie lernen.

Mit dem Herzen voller Eindrücke und mit viel Mitgefühl für Menschen, die in Armut leben, kehrte ich in die Schweiz zurück. Noch oft denke ich an die herzliche und rührende Begegnung mit meinem Patenkind. Ich freue mich immer sehr, wenn ich einen Brief oder eine liebevoll gefertigte Bastelarbeit von Carolina in meinem Briefkasten vorfinde. Auch ich als Patin kann Carolina schreiben. Alle Briefe werden im Patenschaftsbüro übersetzt. Auf diese Weise bleibt der Kontakt mit dem Patenkind bestehen, auch wenn wir uns vielleicht nie mehr sehen werden. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass meine monatliche Unterstützung an den richtigen Ort gelangt und dabei soviel Gutes bewirkt werden kann.

Karin Scheiwiller-Frehner, Toggenburg

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