1. August 2019Rubrik Peru
Die Gutenberg-Schule geht Öko!

- Bio-Gärten in El Agustino - Die biologische Kläranlage in der Gutenberg-Schule im Stadtteil El Agustino (Lima) ist nun etwa 18 Monate in Betrieb. Jetzt wurde der pädagogische Teil des Wasser-Projektes in Angriff genommen: Der Anbau von Salat und Gemüse an den Steinhängen El Agustinos.

 

 

Hier ein paar Szenen über die Gartenarbeit im Kindergarten:

Gärtnern in Lima ist gar nicht so einfach: Lima ist die zweitgrößte Wüstenstadt der Welt. Wo etwas wachsen soll, muss mühsam Erde herangeschafft werden. Zunächst kamen Experten für „Urban Gardening“ (Gemüseanbau in der Stadt) nach El Agustino und schulten die Lehrer und Erzieherinnen. Für Kindergarten, Primaria und Sekundaria wurden Standorte für die Beete ausgewählt: So wurden zum Beispiel neben dem Treppenaufgang zur Primarschule kleine Betonmauern gezogen und 9 „hängende Gärten“ installiert. Die Sekundarschüler füllten auf einer Schotterfläche alte Autoreifen mit Erde.  Im Kindergarten halfen die Eltern, eine Rasenfläche umzugraben.

Das Einbringen der Erde, die Aufzucht der Setzlinge und das setzen der Pflanzen wurde mit den Schülern gemeinsam gemacht. Parallel gab es Schulungen für die Eltern: Ein Autoreifen mit Erde funktioniert auch vor einer Hütte im Armenviertel. Jede Klasse und jede Kindergartengruppe bekam einen Bereich der Bio-Gärten zur Pflege übertragen.

Gartenschaufeln, Hacken und Gießkannen wurden gekauft. Die Kindergarten-Kinder bekamen einen eigenen „Geräteschuppen“. Die Sekundarschüler ein Gewächshaus zum Ansetzen der Setzlinge in Pflanzkästen.  Schon bald soll es Salat geben, Tomaten, Radieschen, Rettiche und anderes mehr. Die Ernte sollen die Kinder in einem weiteren Projekt selbst verarbeiten und essen.  Ein neues Schulfach wurde eingeführt: Der „Bio-Unterricht“.

Marilú Henríci, die pädagogische Direktorin der Gutenberg-Schule, sagt: „Wir wollen, dass unsere Stadt-Kinder wieder selbst erfahren, was es heißt, zu säen, zu pflegen und zu ernten. Wir besprechen mit ihnen, wie man den Salat am besten anmachen könnte. Sie sollen selbst experimentieren. Es gibt Rollenspiele und Theaterstücke im Unterricht. Im Zeitalter des Klimawandels fühlen wir als Christen eine Verantwortung zum schonenden Umgang mit Gottes Schöpfung.“

 

 

 

Hintergrund:

Die biologische Kläranlage wurde möglich dank der Unterstützung durch „Rotary Deutschland Gemeindienst e.V.“ (RDG) und dem "Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung" (BMZ). Die Anlage klärt Wasser für die WC-Spülungen und den Garten. Sie demonstriert eindrucksvoll, welche Möglichkeiten zum schonenden Umgang mit Wasser in einer Großstadt gegeben sind. Das Pilotprojekt wird von vielen Firmen und Institutionen vor Ort mit Spannung verfolgt.