4. März 2022Rubrik Allgemein
Endlich – In Südamerika öffnen die Schulen!

Ab März soll in den Klassenzimmern in Südamerika wieder Leben herrschen. Das gilt auch für die sechs Partnerschulen das Kinderwerkes Lima in Peru und Paraguay. „Wir fiebern dem Schulanfang förmlich entgegen“, sagt Missionsleiter Theo Volland.

In Peru waren die meisten Schulen volle zwei Jahre lang geschlossen. Es durfte nur Fernunterricht erteilt werden. Spätestens nächste Woche dürfen in Südamerika alle 5.000 Schülerinnen und Schüler aus dem Umfeld des Kinderwerks, viele aus ärmsten Verhältnissen, endlich wieder ihre Schulen betreten. In Lima wird es zunächst „Semipräsenzunterricht“ geben. Eine Hälfte der Klasse ist in der Schule anwesend, die andere Hälfte verfolgt den Unterricht live übers Internet von zu Hause aus. Unsere Schule in Huanta, im Hochland Perus, durfte schon Ende 2021 Präsenzunterricht erteilen. Als einzige Privatschule der ganzen Region bekam sie dafür eine Sondergenehmigung des Oberschulamts. Auch an den zwei Partnerschulen des Kinderwerks in Paraguay gilt jetzt wieder Präsenz: Endlich dürfen wieder die ganzen Klassen in den Unterricht kommen.

Schüler und Lehrer können den Schulanfang kaum erwarten. Auf die Lehrer und Erzieher werden mit dem Neustart große Herausforderungen zukommen. Dazu Missionsleiter Theo Volland: „Wir werden Drittklässler haben, die ihr Klassenzimmer noch nie von innen gesehen haben. Für sie besteht Schule aus einem Gesicht auf dem Bildschirm. Manche haben sich nur sporadisch in den Unterricht eingewählt. Wir befürchten, dass einige bis jetzt noch nicht lesen und schreiben können.“
Man muss auch damit rechnen, dass viele Kinder traumatisiert aus dem Lockdown zurückkommen. „In Peru mussten die Kinder per Verordnung über sechs Monate im Haus eingesperrt bleiben. Täglich war nur eine Stunde „Freigang“ erlaubt.
Und auch dann nur mit Maske 500 Meter ums Haus und unter Aufsicht eines Erwachsenen.Spielen mit Nachbarskindern war verboten — Ansteckungsgefahr!“ Dazu die Probleme in den Familien: „Wir rechnen mit allem bis hin zu Traumata durch Streit der Eltern, Alkoholsucht, Gewalt und Missbrauch. Die Sozialarbeiter, Psychologen und Seelsorger unserer sechs Partnerschulen in Peru und Paraguay bereiten sich intensiv darauf vor, verletzte Kinderseelen zu heilen. Mit Gottes Hilfe wollen wir diese Aufgabe annehmen.“