30. Mai 2017Rubrik Peru
Große Eröffnungsfeier unserer Bio-Kläranlage in Lima

Nach nur fünf Monaten Bauzeit luden wir Ende April zur offiziellen Einweihung unserer biologischen Kläranlage in der Gutenberg-Schule in El Agustino (Lima) ein. Der Festakt geriet fast zu einem medialen Ereignis. Die Mitarbeiter konnten sich nicht erinnern, in den letzten 40 Jahren schon einmal derart viele Radio- und Fernsehteams auf dem Schulgelände erlebt zu haben.

Bei der Überschwemmungs-Katastrophe im März und April brach die öffentliche Wasserversorgung zusammen. Im Geschäft ging eine Literflasche Trinkwasser für bis zu drei Euro über die Theke. Da wurde vielen schlagartig die Bedeutung von sauberem Wasser klar.

Die Kläranlage reinigt täglich bis zu 40.000 Liter Abwasser auf einen Reinheitsgrad von 99,7 Prozent. Damit wäre es laut Feldleiter Martin Bareiß sogar trinkbar. „Aber wir benutzen es für Toiletten, Gartenbewässerung und Hausreinigung.“, so Bareiß. Im ganzen Gelände wurde ein paralleler Wasserkreislauf installiert. Mehrere hundert Meter Rohre und Leitungen wurden verlegt, knapp 90 Toiletten mit Wasser-Spartechnik eingebaut  und eine fünf Meter tiefe Erfassungsgrube in den blanken Fels gehauen. Für das Herzstück der Anlage, die beiden großen Container mit den Bio-Reaktoren, wurde ein baufälliges Haus abgerissen, um eine ebene Fläche zu schaffen. Weitere Speicherbehälter mussten oberhalb der Schule installiert werden. „Abgegraben und betoniert wurde von Hand“, sagt Bareiß. „Da oben am Hang gibt es ja keine Wege, alles musste mit einer Menschenkette hochtransportiert werden. Unsere Eltern haben sicher über 1.000 Arbeitsstunden in das Projekt gesteckt.“

Ing. Lothar F. Liedtke, Martin Bareiss, Botschafter der bundesrepublick Deutschland Jörg Ranau, Bürgermeister von El Agustino Richard Soria, Vorsitzender der Gutenberg-Schule Paru Dirk Poganatz (v.l.n.r.)

Die gesamte Anlage kostete etwa 400.000 Euro (437´000 CHF) und ist nur möglich geworden, durch die Unterstützung des Bundesministeriums für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) und dem ´Rotary Deutschland Gemeindienst´. Dem Kinderwerk und der Schule verblieb ein Eigenanteil von etwa 20.000 Euro ( 22´000 CHF) der durch Spenden aufgebracht werden konnte. „Schon nach knapp zwei Jahren werden wir diese 20.000 Euro durch geringere Wasserkosten amortisiert haben“, freut sich Bareiß.

Hier eine kurzer Videoclip, in dem Martin Bareiß für einen peruansichen Sender die Anlage zeigt und erklärt:

 

 

 

 

 

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