6. April 2017Rubrik Peru
Katastrophenhilfe Peru -- aktueller Situationsbericht

In der ersten Aprilwoche blieb Peru weitgehend verschont von weiteren Regenfällen. Anders dagegen Ecuador und Kolumbien. Dort schlug das Wetter noch einmal unbarmherzig zu. Allein in Mocoa/Kolumbien gab es über 300 Opfer bei einer schweren Schlammlawine. In Peru sind noch einige Gebiet in der Provinz Ancash, nördlich von Lima überflutet – und natürlich in der Region Piura, ganz oben an der Grenze zu Ecuador.

Die Verantwortlichen in Peru sprechen nun von 106 Todesopfern und weiteren Vermissten. Eine Million Menschen sind von der Katastrophe betroffen. In Piura und weiteren Städten haben immer noch nicht alle öffentlichen Schulen geöffnet.

Immer deutlicher tritt der langfristige Schaden an Mensch und Umwelt zutage. So sprach der Präsident eines großen Agrarverbandes in Peru von 1,5 Millionen betroffenen Landwirten. 90.000 Hektar Ackerland wären zerstört und täglich gingen 120.000 Liter Milch verloren, die wegen zerstörter Straßen nicht bei den Molkereien abgeliefert werden könnten.

Es sind rund 5.000 Kilometer Straße beschädigt und die Produktion in vielen Betrieben steht still oder läuft auf Schmalspur. Fraglich ist, ob dann am Ende des Monats alle ein volles Gehalt bekommen. Die Menschen werden unzufrieden, es gibt immer wieder Proteste. In Trujillo, einer Stadt unterhalb von Piura, schrieben Einwohner auf Transparente: „Wir fordern unsere Recht! Wir möchten Wasser und eine schnelle Lösung!“ Aber wie soll das gehen? Eine Rückkehr zu „normalen“ Verhältnissen wird viele Monate dauern. Auch in einem Jahr werden noch nicht alle Straßen repariert sein.

 

Das Kinderwerk macht diesen Samstag eine weitere kleinere Verteilaktion von Wasser und Lebensmittel zusammen mit einigen Kirchengemeinden. Wir haben als Soforthilfe inzwischen für rund 20.000 Euro Hilfsgüter verteilt. Im Raum Lima kommt diese Ersthilfe nun so langsam zum Abschluss. An dieser Stelle einen herzlichen Dank allen, die für diese Katastrophe gegeben haben.

 

 

 

 

 

 

Ein wichtiger Teil der Hilfe wird der Wiederaufbau sein. Wir haben Kontakt mit einigen Kirchengemeinden im Norden aufgenommen und sie gebeten, uns die Situation der allgemeinen Bevölkerung in ihrem Gebiet zu schildern. Uns schwebt eine Hilfe vor, in der die Betroffenen selbst mitarbeiten müssen. Sei es beim Schutt wegräumen oder beim mauern ihrer Hauswände. So könnten wir die vorhanden Mittel noch mehr in die Breite streuen und mehr Menschen erreichen.

 

Wir berichten weiter, sobald wir mehr Informationen haben.