20. März 2017
Überwemmungen in Peru

Schon seit Anfang des Jahres gehen in Lima und weiteren Regionen Perus immer wieder Starkregen nieder. Das abfließende Wasser tritt über die Flussufer und reißt Erde, Häuser, Autos und Menschen mit sich. Vergangene Woche gab es schwere Überflutungen und vor allem Erdlawinen in den Außenbezirken von Lima und weiteren Küstenregionen des Landes. Brandgefährlich sind vor allem die Schlammlawinen, die alles mitreißen, was sich ihnen in den Weg stellt.

Unsere beiden Schulen in Lima und die Schule in Huanta (Hochland) blieben bis jetzt von direkten Überflutungen und Schäden verschont. Aber trotzdem herrscht auch bei uns der Ausnahmezustand: Seit vergangenen Donnerstag sind in ganz Lima die Schulen geschlossen. Einzelne Erdlawinen haben es bis in Zentrum der Stadt geschafft und wichtige Verkehrsadern zerstört. Unsere Lehrer und Schüler bleiben derzeit zu Hause – auch um sich um ihr eigenes Zuhause zu kümmern und Vorkehrungen für weitere Regenfälle zu treffen. Diesen Mittwoch (22.März) sollen die Schulen wieder öffnen, aber es scheint fraglich, ob das gelingt. Es gibt Vorhersagen über weitere schwere Regenfälle bis zum Wochenende.

 

Bisher spricht man von etwa 70 Toten und rund 100.000 obdachlos gewordenen Menschen.

Das größte Problem in Lima ist im Moment das Trinkwasser – es gibt keines. Die Leitungsnetze sind unterbrochen, manche Bezirke haben nur stundenweise Wasser. Die Menschen kaufen die Supermärkte leer – dort gibt es inzwischen keine Wasserflaschen mehr. Gleichzeit steigen die Lebensmittelpreise auf astronomische Höhen. Unsere beiden Schulen in Lima verfügen noch über genügend Wasservorräte um bei vollem Schulbetrieb etwa 3 Tage durchzukommen.

 

Die Kirchen haben seit vergangenem Wochenende viele kleine Hilfsaktionen gestartet: Die Jugendgruppe unserer Gemeinde in El Agustino hat spontan Mineralwasser-Flaschen gesammelt und an Betroffenen verteilt. Es gibt eine Gebetsbewegung in Peru und darüber hinaus. Die Kirche in Comas hat in größerem Umfang Lebensmittel gekauft und am Wochenende mehrere hundert Portionen warmes Mittagessen in die Außenbezirke gefahren. Die große Kirchengemeinde aus unserer Schule in El Agustino hatte am Wochenende fließendes Wasser und rief per Facebook alle Betroffenen aus dem nächsten Stadtteil auf, sich bei ihnen am Sonntag kostenlos mit Trinkwasser zu versorgen.

 

Als Schule warten wir ab, ob es neue Anweisungen vom Katastrophenschutz gibt. An große Aktionen ist im Moment nicht zu denken, die Situation ändert sich praktisch stündlich. Vielen Dank für alle Gebete für die Menschen in Peru.

 

Wir informieren an dieser Stelle über die weiteren Entwicklungen.