31. Mai 2017Rubrik Peru
Nach der Naturkatastrophe in Peru: Kinderwerk Lima leistet Wiederaufbauhilfe

Schon seit Jahresbeginn gingen in Peru immer wieder schwere Regenfälle nieder. Im März und April wurde das Land dann von einer Serie von Überschwemmungen und Erdrutschen heimgesucht. Das Nationale Katastrophenschutzzentrum Perus veröffentlichte eine vorläufige Bilanz:

114 Menschen verloren ihr Leben, 242.000 Wohnungen und Häuser wurden beschädigt, 6.500 Kilometer Straße müssen instand gesetzt werden und über 60.000 Hektar Ackerland sind zerstört. Insgesamt sind über eine Million Peruaner von der Katastrophe betroffen.

Wenige Tage nach den ersten Überschwemmungen stieg das Kinderwerk in die Katastrophenhilfe ein und stellte mehrere Hilfstransporte mit Wasser, Lebensmittel, Decken, Matratzen und weiteren Hilfsgütern zusammen. Die Mitarbeiter fuhren gezielt noch unversorgte Orte außerhalb Limas an. In kurzer Zeit verteilten wir Hilfsgüter im Wert von knapp 20.000 Euro (22‘000 CHF). An dieser Stellen einen herzlichen Dank allen Spendern, die unseren Aufrufen an dieser Stelle und in Facebook gefolgt sind. Hier ein spontaner Bericht vom ersten Hilfseinsatz Mitte März.

Mittlerweile ist die akute Not behoben und es geht an die Beseitigung der langfristigen Schäden. Der Verkehrsminister Perus hat angekündigt, dass der Wiederaufbau des Straßennetzes mehrere Jahre dauern wird. Ganze Dörfer bestehen nun aus Zelten und notdürftig zusammen gezimmerten Baracken.

Wiederaufbauhilfe ab Juni – Das haben wir geplant

In den Dörfern „Erajirca“ und „Utcu“, in der Region Ancash, zirka 400 Kilometer nördlich von Lima, möchte das Kinderwerk Lima den Menschen wieder zu einem Dach über dem Kopf verhelfen. Die Bewohner sind meist einfache Bauern, die sich bisher durch den Ertrag ihrer Felder selbst ernähren konnten. Weil auf dem Weg zu ihnen eine wichtige Brücke beschädigt wurde, kamen bisher nur kleine Hilfstransport durch. Sie haben bis heute - mehr als zwei Monate nach der Katastrophe - keine funktionierende Versorgung mit Wasser und Strom. Die einst prosperierende Dorfgemeinschaften haben sich in eine Ansammlung Hilfsbedürftiger Menschen verwandelt, die ohne Nahrungsmittel im Freien campieren müssen.

Zusammen mit der Hilfsorganisation „Diakonia“ haben wir diejenigen Familien identifiziert, die bei der Flut alles verloren haben.  Die Betroffenen müssen mithelfen beim Beseitigen des Schutts und beim Bau des Hauses aus Lehmziegel. Ein Häusermodul hat knapp 30 Quadratmeter und wird auf einem stabilen Betonfundament errichtet. Jedes Haus soll eine Toilette bekommen und an das Stromnetz angeschlossen werden. Im Zuge der Baumaßnahmen werden auch die öffentliche Strom- und Wasserversorgung wieder hergestellt.  Die Häuser sind kein Notbehelf, sondern sollen so stabil gebaut sein, dass die Menschen dauerhaft darin wohnen können. Sie sind so angelegt, dass jede Familie zu einem späteren Zeitpunkt noch weitere Räume anbauen kann.

Mit der Eigenleistung der Menschen vor Ort können wir Häuser im Gegenwert von rund eine halben Million Soles (140.000 €, bzw. 150‘000 CHF) erstellen. Sozialarbeiter und ein Bauingenieur werden die Bauprojekte vor Ort begleiten. Die Wiederaufbauhilfe könnte bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen.