Asunción

Unser „Colegio Politécnico Johannes-Gutenberg“ in Asunción, der Hauptstadt Paraguays, hat Platz für insgesamt 1.450 Kindergartenkinder und Schüler.

Mit drei Jahren werden die Kinder in den Kindergarten aufgenommen. Nach drei Kindergartenjahren erhalten sie in den Klassen eins bis neun eine normale Schulausbildung.

Anschließend erhalten die Jugendlichen eine Berufsausbildung in den Klassen 10 bis 12. Sie wählen zwischen einem humanistischen Zweig und verschiedenen naturwissenschaftlichen Fachrichtungen, wie z.B. Industriekonfektion (Nähen), Mechanik, Elektrotechnik und Buchhaltung.

Ein Team von Pastoren und Seelsorgern kümmert sich um die seelischen Belange der Kinder und bietet Gelegenheit zur biblischen Unterweisung und Seelsorge. Eine Arzt- und Zahnarztpraxis, sowie eine Sozialabteilung runden das Hilfsangebot ab.

In der Sozialabteilung stehen eine Ärztin, Zahnärztin, Psychagogin und mehrere Sozialarbeiter für die vielfältigen Bedürfnisse der Kinder und ihrer Familien zur Verfügung.

Im Unterschied zu unserer Schule in Lima beteiligt sich etwa die Hälfte der Schüler mit einem Schulgeld an den Kosten. Die Beiträge sind nach den sozialen Verhältnissen der Familien gestaffelt.

Kindergarten

In Asunción beginnt die Schule bereits mit der Einschulung der Dreijährigen in den Kindergarten. Gerade bei sozial benachteiligten Kindern ist eine frühe Förderung wichtig. Eltern, die jeden Tag um ihre Existenz kämpfen müssen und als Tagelöhner ihr Dasein fristen, haben einfach weniger Zeit und Energie für ihre Kinder.
Im Kindergarten der Johannes-Gutenberg-Schule in Asunción bestehen zurzeit sechs Kindergartengruppen mit insgesamt 220 Kindern im Alter zwischen drei und fünf Jahren. Sie werden von 13 Erzieherinnen betreut.

 

Schule

Die Grundschule (escolar básica) erstreckt sich in Paraguay über neun Schuljahre. Damit unsere Klassenräume optimal genutzt werden, teilen sich immer zwei Grundschulklassen einen Raum. Eine Klasse hat nur vormittags Unterricht, die andere nur nachmittags. Auf die Grundschule folgt eine dreijährige weiterführende Schule (Bachillerato Klasse 10-12).

Berufsausbildung

Eine Besonderheit der Gutenberg-Schule in Asunción ist die Berufsausbildung in den Klassen 10 bis 12. So war diese Schule bis vor kurzem die einzige Schule in ganz Paraguay, an der man den Beruf der Industrienäherin erlernen konnte. Inzwischen existiert eine zweite Schule im Inland, die mit Hilfe der Gutenberg-Lehrkräfte aufgebaut wurde.

Die Schule bildet außerdem in den Zweigen Elektrotechnik, Metall-Mechanik und Buchhaltung aus. Für jeden Fachbereich wurden eigene Werkstätten aufgebaut.

Damit auch "Nicht-Gutenberg-Schüler" von den Einrichtungen profitieren können, werden jedes Jahr zu Beginn der 10. Klasse eine Anzahl Quereinsteiger aus staatlichen Schulen aufgenommen.

Geistliche Arbeit

Für jede Klassenstufe findet einmal in der Woche ein Gottesdienst statt, bei dem die Schüler mit Musikstücken und Anspielen aktiv mitwirken.

Selbstverständlicher Teil des Schulalltags ist die Weitergabe von christlichen Werten an die Schüler. Die Lehrer sind nicht nur zur Vermittlung von Wissen da, sondern dienen den Jugendlichen auch als Vorbild und können Auskunft geben über ihren persönlichen Glauben an Christus. Für jede Klassenstufe findet einmal in der Woche ein Gottesdienst statt, bei dem die Schüler durch Musikstücke und Anspiel aktiv mitwirken. Wöchentlich treffen sich Schülergruppen zum Gebet. Auf den jährlich stattfindenden Schülerfreizeiten kommen Schüler und Lehrer über Aussagen der Bibel ins Gespräch.

Kinder aus sozial schwierigen Elternhäusern haben neben mangelnder Bildung vielfältige persönliche Probleme. Schulpastoren betreuen die Schüler (und ihre Eltern) seelsorgerlich. Sie werden unterstützt von den Schulsozialarbeitern und einer Psychagogin.

Die Schule kooperiert mit mehreren Kirchengemeinden, die die Schüler in die bestehende kirchliche Jugendarbeit einladen.

Hilfe für Eltern

Viele Eltern unserer Schüler haben selbst nur eine geringe Bildung. Ohne einen Schulabschluss oder gar eine Berufsausbildung haben sie keine Chance auf einen sicheren Arbeitsplatz mit angemessenem Verdienst. Seit 2009 engagiert sich das Kinderwerk deshalb zusätzlich in der Qualifizierung der Eltern.

Es werden Abendkurse für Väter und Mütter angeboten. Zurzeit gibt es sogar mehrere pro Jahr. Die dreimonatigen Kursmodule bieten eine Qualifizierung in den Bereichen Schweißen, Drehen und Fräsen, Friseurhandwerk, Nähen und Holzbearbeitung. Der Zuspruch der Eltern ist groß. Natürlich kommen die erlernten Fähigkeiten keiner vollwertigen Berufsausbildung gleich, aber schon während des ersten Kurses gelang es Eltern, mit ihren neuen Fähigkeiten eine Arbeitsstelle zu finden.

Übrigens sind unsere Lehrer auch ganz begeistert von den Elternkursen, denn plötzlich berichten Schüler in der Klasse ganz stolz von ihren Vätern, die nicht mehr deprimiert zu Hause sitzen, sondern zur Arbeit gehen und mit den Kindern Pläne schmieden, wie die Zukunft aussehen könnte.