Sozialarbeit in Brennpunkten

In Lima, der Hauptstadt Perus, lebt schätzungsweise jeder dritte Menschen in Armenvierteln am Rande der Metropole. Viele Familien mit Kindern hausen unter unwürdigen Bedingungen in baufälligen Hütten aus Holz und Blech. Eltern und Kinder müssen jeden Morgen neu den Überlebenskampf aufnehmen. Sie verkaufen Bonbons auf der Straße, waschen Wäsche für andere Leute, putzen Windschutzscheiben an der roten Ampel; versuchen durch jede Art von Arbeit zu etwas Geld zu kommen.

Oft sind es am Abend nicht einmal ein Euro pro Kopf. Wird jemand krank oder tritt eine andere Notlage ein, haben die Menschen keinerlei Reserven – weder an Geld noch an Kraft und Energie. Besonders hart trifft es die Kinder. Sie lernen von klein auf, was es heißt, am unteren Rand der Gesellschaft zu leben: Sie besuchen die schlechtesten Schulen der Stadt, haben die ungünstigsten Lernbedingungen und die schlechteste Ernährung. Genauso schlimm wiegt aber, dass es ihnen an Liebe und Zuwendung fehlt.

Kinderspeisung

Jeden Morgen von Montag bis Freitag erhalten knapp 4.000 Kinder in den Elendsgebieten einen Becher warme Milch und ein Vollkornbrötchen. 150 ehrenamtliche Mitarbeiter helfen bei der Verteilung des Frühstücks an über 50 Verteilstellen. So gehen die Kleinen wenigstens nicht hungrig in die Schule.

Durch das Kinderspeisungsprogramm haben die Mitarbeiter des Kinderwerkes viele Kontakte zu Müttern und Vätern in den Hüttensiedlungen bekommen – Vertrauen ist gewachsen. Das versetzte uns in die Lage, die Kinderspeisung mit weiteren Hilfsangeboten auszuweiten. Elternkurse, Hilfe für Teenagermütter und vieles mehr sind als weitere Arbeitszweige entstanden.

Hier gelangen Sie auf das Spendenformular der Kinderspeisung und können die Arbeit mit einer Spende unterstützen.

Elternkurse

Ein ständiger Konfliktherd zwischen den Eheleuten ist das Geld. Durch unsere Backkurse für Mütter gelingt es, die finanzielle Situation der Familie zu verbessern. Neun Monate lang treffen sich die Frauen einmal in der Woche. Im Grundkurs lernen sie die Herstellung einfacher Kuchen und süßer Stückchen. Im Aufbaukurs stellen sie Torten her. Die Mütter können das Gelernte sehr schnell anwenden und Zuhause selbst Backwaren herstellen, die sie an der Straße verkaufen. Das Geld dient zum Unterhalt der Familie.

Familienberatung

Die familiären Probleme in den Armenvierteln sind vielfältig. Pro Jahr werden zehn Schulungen für Väter und Mütter angeboten. Themen sind unter anderem: Gesundheit in der Familie, Erziehung, Umgang mit Geld und die Beziehung zu Gott.  Bei manchen familiären Problemen ist es mit einem Schulungsabend nicht getan. Dann begleiten die Sozialarbeiter und Pastoren der Kinderspeisung einzelne Familien auch über einen längeren Zeitraum intensiv. Sie helfen bei Behördengängen, bei Schwierigkeiten in der Familie und bei Beziehungskonflikten. An einem Tag der Woche bietet das Kinderwerk zusammen mit einem Anwalt Rechtsberatung für schwangere Mütter an.

Teenagermütter

Allein im Stadtviertel Comas gibt es etwa 3.800 minderjährige Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren, die selbst bereits ein Kind haben.

Allein im Stadtviertel Comas gibt es etwa 3.800 minderjährige Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren, die selbst bereits ein Kind haben. Die meisten dieser Teenagermütter verlassen mit der Schwangerschaft die Schule. Nur ein Drittel der Mütter hat überhaupt die Grundschule abgeschlossen. Das Kinderwerk hat mit einer großen Geburtsklinik vor Ort einen Rahmenvertrag abgeschlossen, so dass unsere Sozialarbeiterinnen die Mütter schon im Wochenbett besuchen dürfen und ihnen Hilfe anbieten können. Fünf Sozialarbeiterinnen betreuen zunächst knapp 200 Mütter über ein Jahr lang. Sie sorgen dafür, dass die Neugeborenen noch in der Klinik die Geburtsurkunde und alle nötigen offiziellen Dokumente bekommen. Die Mütter werden dann regelmäßig Zuhause besucht, medizinisch betreut und beraten. Um den Müttern den Besuch einer Schule oder einer beruflicher Tätigkeit zu ermöglichen, wurden inzwischen schon acht Kinderhorte in den Elendsgebieten für Kleinkinder und Grundschulkinder eingerichtet, außerdem eine Beratungsstelle für Schwangere.

Kinderbetreuung

Das Kinderwerk hat in den Hüttensiedlungen vier Hortgruppen für die Hausaufgabenbetreuung von Grundschulkindern eröffnet. Dazu gibt es vier weitere Betreuungsgruppen für Kleinkinder (0 bis 3 Jahren).

Jede Gruppe bietet Platz für 10 bis 15 Kinder. Die Hausaufgabenbetreuung findet an den Nachmittagen von Montag bis Freitag statt. Sie dauert drei Stunden und wird von einer ausgebildeten Lehrerin geleitet. Die Betreuung für Kleinkinder beginnt schon um 7.30 Uhr morgens und endet um 16.30 Uhr. So kann eine allein erziehende Mutter auch eine Ganztagsstelle annehmen und weiß ihr Kind sicher betreut. Hier sollen auch Babys der Teenagermütter Platz finden. Die Kleinkinder werden versorgt mit Frühstück, Mittagessen und Zwischenmahlzeiten.

Geistliche Arbeit

Die geistliche Arbeit ist Teil aller Arbeitszweige. Wir möchten Eltern und Kinder mit der Liebe Gottes bekannt machen. Zwei Pastoren und über 70 ehrenamtliche Mitarbeiter bieten jede Woche Kindergottesdienste für rund 2.000 Kinder an. Auch Erwachsene interessieren sich für die Geschichten von Jesus und seine Hingabe für Menschen in Not. Andachten für Mütter und Väter unter der Woche, Kinderfreizeiten und Bibelkurse für Erwachsene werden gerne angenommen. Das Kinderwerk kooperiert dazu mit einer Reihe von bestehenden Kirchengemeinden in den Siedlungen.